Was tun? – 7 Schritte ins Ausland
1. Schritt: Informiere Dich!
Bevor es losgeht, solltest du eine Vorstellung haben, in welche Region du möchtest und was du in deinem Beruf lernen kannst. Deine Handwerkskammer bietet Beratung zu Auslandsaufenthalten an und organisiert oft selbst ein Austauschprogramm. Diese Programme dauern in der Regel drei Wochen. Sie eignen sich hervorragend dazu, Kontakte für einen späteren, weiteren Aufenthalt – z.B. nach der Ausbildung - zu knüpfen. Informiere dich deshalb bei deinem Chef, deiner Handwerkskammer oder deiner Berufsschule, ob sie eine Partnerschaft (Partnerbetrieb oder Partnerkammer) in Frankreich haben, über die sich ein Kontakt herstellen lässt oder ob sie einen Austausch anbieten. Oft gibt es auch Informationsveranstaltungen zu Europa der Handwerkskammer. Dort kannst du ehemalige Teilnehmer treffen und zu Ihren Erfahrungen befragen.
2. Schritt: Den Aufenthalt vorbereiten!
Sprich mit deinem Chef oder Ausbildungsleiter und deiner Berufsschule. Mit ihnen sollte vereinbart werden, wann sich ein Auslandsaufenthalt in die Ausbildung am besten integrieren lässt. Die Freistellung von der Berufsschule für diesen Zeitraum muss natürlich vor der Ausreise geklärt werden. Am besten ist es, gleich zu Beginn der Ausbildung den Wunsch anzumelden. Wichtig ist dabei, nicht zu kurzfristig zu planen! Oft benötigt die Vorbereitung von mehreren Monaten, bis man einen geeigneten Betrieb, eine Unterkunft gefunden und die nötigen Vorbereitungen getroffen hat. Die Ausbildungsberater der Handwerkskammern unterstützen bei diesem Vorhaben. Sie sprechen mit dem Ausbildungsleiter, geben Tipps, zeigen Wege auf und stellen Kontakte ins Ausland her. Deine Eigeninitiative ist natürlich auch gefragt! Du kannst dich auch selbst informieren. Die Liste der "wichtigen Links" hilft dir dabei. Dort findest du den Link zur Handwerkskammer in deiner Nähe, Tipps zur Praktikussuche und Bewerbung, zur Sprachvorbereitung und vieles mehr.
3. Schritt: Versicherung klären
In der Regel ist der Versicherungsschutz durch die Entsendung durch deinen Betrieb über dein normalen Ausbildungsvertrag bzw. über die eigene Krankenversicherung gegeben. Deine Krankenversicherung bietet für Auslandsreisen den sog. "E 111" –Schein; er ermöglicht gesetzlich Versicherten bei Erkrankungen in einem anderen EU-Staat eine kostenfreie Behandlung bei einem Arzt oder Zahnarzt sowie im Krankenhaus.
Der Auslandskrankenschein wird seit dem Tag der EU-Erweiterung am 1. Mai auch in den zehn neuen Mitgliedsländern akzeptiert. Möglich ist allerdings, dass einzelne Mediziner den "E 111"-Schein nicht akzeptieren und eine sofort zu begleichende Privatrechnung ausstellen. Um das finanzielle Risiko in diesem Fall zu verringern, ist es ratsam, zusätzlich eine private Reisekrankenversicherungabzuschließen. Zudem sollte für eine erhaltene Privatrechnung eine möglichst detaillierte Quittung ausgestellt werden, um diese zu Hause der Krankenkasse vorzulegen.
Bei von den Handwerkskammern organisierten Gruppenaustauschen gibt es oft zusätzlichen Schutz durch eine Reisegepäck-, Unfall- und Invalidenversicherung. Bei anders organisierten Austauschen solltest du dich vorher bei deinem Betrieb erkundigen, ob du hier abgesichert bist.
4. Schritt: das nötige Kleingeld beiseite legen.
Ohne Moos nichts los. Im Rahmen eines kürzeren Aufenthaltes zahlt in der Regel zahlt dein Betrieb die Lehrlingsvergütung weiter. Dies reicht vielleicht nicht aus. Mit ein wenig Vorlauf und Planung kannst du dir ein wenig zusätzliches Taschengeld beiseite legen. Zudem gibt es auch Programme oder Institutionen, die einen kleinen Zuschuss geben, den der Betrieb oder die Kammer vorab beantragen kann, wie beispielsweise beim Deutsch-Französischen Jugendwerk. Deine Handwerkskammer kann dir hierzu Auskunft geben.
5. Schritt: Verständigung – keine Angst vor „Froansösiesch“
Zu einer Reise oder einem Aufenthalt im Ausland sind Grundkenntnisse der Landessprache nützlich. Es gilt: nur keine Angst! Beim Sprache lernen oder sprechen geht es nicht darum, alles – Grammatik, Vokabeln, usw. – perfekt zu beherrschen, sondern vor allem darum, sich zu verständigen. Als Fremdsprachenlernender, insbesondere als Anfänger gehören Fehler einfach dazu! Gerade im Handwerk ist die Verständigung am Arbeitsplatz kein Problem. Dort kann man handwerklich an gemeinsamen Projekten arbeiten und sich die wichtigsten Dinge zeigen und leicht begreiflich machen. Und für die Fachbegriffe hat man einfach ein Wörterbuch neben sich liegen. Teilweise gibt es auch hervorragende berufsspezifische Fachglossare.
Einige Kammern bieten eine fremdsprachliche Vorbereitung an. Es gibt aber auch eine große Anzahl anderer Einrichtungen, die Französischkurse anbieten, die sich gut zur Vorbereitung eines Frankreichaufenthaltes eignen. Einen Kurs vorab zu besuchen hilft dabei, sich schon einmal mit der Sprache vertraut zu machen und sich einzuhören. Das gibt Sicherheit für den Aufenthalt im Ausland.
Weißt du eigetlich, wie einfach Französisch ist, wenn man ein paar klitzekleine Grundregeln beherrscht? Finde heraus, wie man Französisch in nur zwei Minuten lernen kann! Weitere Hinweise zum Sprachelernen findest du hier .
6. Schritt: Was du nicht vergessen solltest
Bei einem Auslandsaufenthalt solltest du auch gut überlegen, was du alles mitnehmen solltest. Das fängt an bei den richtigen Dokumenten (Ausweis, Führerschein, EC-Karte...), dann die richtigen Klamotten (was natürlich vor allem von der Region abhängt, die du dir ausgesucht hast), Gastgeschenke, Unterlagen zur Praktikumsbescheinigung, Krankenschein, usw. usw. Packe deinen Koffer!
7. Schritt: Deinen Aufenthalt im Ausland dokumentieren
Für Aus- oder Weiterbildungsaufenthaltes im Ausland gibt es geeignete Bescheinigungsinstrumente, insbesondere den „Europass-Mobilität". Darin können sogar mehrere Auslandsaufenthalte eingetragen werden. Er eignet sich Ideal als Ergänzung der Bewerbungsunterlagen bei der Jobsuche zu Hause, aber auch im Ausland. Du solltest deinen Betrieb unbedingt vor der Abreise darauf ansprechen, dir einen Europass auszustellen. Es gibt zudem noch weitere Instrumente, wie du deinen Auslandsaufenthalt und dem , was du dort gemacht und gelernt hast, genau dokumentieren kannst. Finde unter EUROPASS heraus, wie es geht. Das Dokument "Practicert" gibt auch gute Hinweise, wie man sein Auslandspraktikum dokumentieren kann.