Bahn frei für den beruflichen Aufstieg!
Warum überhaupt ins Ausland?
Ein Arbeits- und Lernaufenthalt in Frankreich ist ein echtes Plus im Lebenslauf und erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Er beweist Selbständigkeit und Eigeninitiative und gewährt Einblicke in die Geschäfts- und Arbeitswelt eines anderen Landes.
Während Ihrer Tätigkeit im Ausland bilden Sie sich vor allem weiter - ganz automatisch bei der täglichen Arbeit. In vielen Handwerksberufen gibt es landesspezifische Techniken und Traditionen. Frankreich eignet sich dabei als hervorragendes Zielland. Arbeiten und Betriebsabläufe sind anders organisiert als in Deutschland. Das betrifft zum Beispiel die Wahl der Werkzeuge, den Umgang mit den Mitarbeitern und vieles mehr. Kern der Auslandserfahrung ist es, in Frankreich neue und andere Techniken und Fertigkeiten zu erlernen, die Ihnen in Deutschland beruflich weiterhelfen und neue Perspektiven eröffnen können – z.B. mit einer Geschäftsidee den eigenen Betrieb zu gründen. Denn wer einmal in einem fremden Land gelebt hat, ist auch unternehmerischen Aufgaben gewachsen.
Welche Voraussetzungen?
- seien Sie einfach offen und neugierig auf andere Kulturen!
- haben Sie Interesse am beruflichen Fortkommen!
- haben Sie genug Selbstvertrauen, nicht bei der ersten Schwierigkeit gleich die Rückfahrt anzutreten!
Welche Möglichkeiten gibt es?
- Sie möchten direkt nach Ihrer Gesellenprüfung ins Ausland. Bevor Sie ein festes Arbeitsverhältnis eingehen, können Sie im Ausland zusätzliche Erfahrungen sammeln und diese später für die Suche nach einer festen Anstellung nutzen.
- Aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus. Dazu sollten Sie erst einmal mit Ihrem Vorgesetzen sprechen. Mit ihm sollte vereinbart werden, ob eine Freistellung oder eine Entsendung ins Ausland (z.B. über Filialen oder Partnerbetriebe) möglich ist und die Bedingungen dafür abklären.
- Sie sind zur Zeit arbeitslos und versuchen es auf „eigenes Risiko“. Sich im Ausland weiterzubilden und danach einen neuen Arbeitsplatz zu suchen oder den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen lohnt sich. Die Handwerkskammern und Arbeitsagenturen bieten hierzu Beratung an. Grundsätzlich gilt der Leitsatz: „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“ Oft wird ein Auslandsaufenthalt auch als Weiterbildung anerkannt und gefördert.
Wichtig dabei ist, dass Motive und Ziele zu hinterfragen, die Sie mit einem Auslandsaufenthalt verfolgen. Zur Organisation des Auslandsaufenthaltes gehört nicht nur, dass Sie sich vorab Gedanken über den geeigneten Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt machen. Bevor es losgeht, sollten Sie auch eine Vorstellung davon haben, in welche Region oder in was für ein Unternehmen Sie wollen. Vergleichen Sie und informieren Sie sich über die Ausübung Ihres Berufes im jeweiligen Land: was sind besondere Techniken und Kenntnisse die Sie sich dort aneignen können?
Was ist zu tun? Mit sieben Schritten ins Ausland!
- Schritt: Richtig bewerben
- Schritt : Vorbereiten
- Schritt: Absichern
- Schritt: Ans Finanzielle denken
- Schritt: Sprachkenntnisse
- Schritt: Nichts vergessen
- Schritt: Erfahrungen dokumentieren
Herausforderungen
Sie werden sich auf eine neue Umgebung, neue Menschen und andere Gepflogenheiten einstellen müssen. Das ist am Anfang sicher etwas ungewohnt und geht nicht immer reibungslos ab. Nachdem Sie aber die ersten Schritte gemacht haben, werden Sie viele neue Eindrücke gewinnen, die den Aufwand der Planung und Organisation belohnen.
Bange machen gilt nicht – d.h. bei der ersten kleinen Schwierigkeit sollten Sie nicht gleich die Rückfahrt antreten.
Vergleichbarkeit deutscher und französischer Berufsabschlüsse
Deutschland und Frankreich haben sich im Oktober 2004 auf die generelle Vergleichbarkeit von beruflichen Abschlüssen geeinigt. Das heißt, die deutschen Gesellen- bzw. Facharbeiterabschlüssen sind nun mit den französischen Abschlüssen "certificat d'aptitude professionnelle (CAP), "brevet professionnel (BP) und "baccalauréat professionel (Bac Pro)" vergleichbar.
CAP: Das auf eine praktische Berufstätigkeit ausgerichtete CAP ist mit in zweijähriger Regelausbildung erworbenen deutschen Abschlüssen der Berufsausbildung vergleichbar. Es kann auf zwei Wegen erworben werden:
- An der beruflichen Vollzeitschule, dem Lycée Professionnel; Dauer: drei Jahre nach dem 7. Schuljahr (cinquième) oder zwei Jahre nach dem 9. Schuljahr (troisième), teilweise mit schulisch organisierten Kurzpraktika in Betrieben.
- In Form der Lehrlingsausbildung (apprentissage) auf der Grundlage eines Arbeitsvertrages, die für 16 - 25-Jährige bestimmt ist.
BP: Das BP hat einen etwas höheren fachtheoretischen Anteil als das CAP und deckt ganze Berufsgruppen ab. Es steht auf derselben Qualifikationsstufe mit dem Baccalauréat Professionnel, dem Berufsabitur (Bac Pro) und ist mit in drei- bis dreieinhalbjähriger Regelausbildung erworbenen deutschen Abschlüssen der Berufsausbildung vergleichbar.
Bac Pro: Das Berufsabitur bietet die Möglichkeit zur Höherqualifizierung nach dem CAP und setzt damit diesen Berufsabschluss voraus. Es wird in einer zweijährigen vollschulischen Ausbildung an einem Lycée Professionnel erworben. Die Ausbildung findet in enger Kooperation mit örtlichen Betrieben statt und schließt verpflichtend umfangreiche Praktikumsphasen im Betrieb (Stage) von insgesamt mindestens 16 Wochen in Betrieben ein. Das Bac Pro wird für eine qualifizierte Ausbildung in einem spezifischen Beruf verliehen und ermöglicht den Zugang zum Hochschulstudium. Es ist mit in drei- bis dreieinhalbjähriger Regelausbildung erworbenen deutschen Abschlüssen der Berufsausbildung vergleichbar.